Die Geschichte vom Bärenpfad

Einst hauste im hinteren Kiental ein grosser Bär, der unter den Herden viel Schaden anrichtete. Ein Senn, namens Hans Andrist, ging eines Tages von Goneren über einen steilen Pfad ins Tal hinunter. Plötzlich stand das riesige Tier vor ihm. Andrist konnte nicht ausweichen, denn der Pfad war schmal und der Abgrund tief. Der Senn dachte, es sei besser, schnell zu sterben, als langsam aufgefressen zu werden. Er umfasste mit starken Armen den Bären und drängte ihn dem Abgrund zu. Zusammen stürzten sie in die Tiefe. Der schwere Bär schlug zuerst am Boden auf, der Senn kam auf ihn zu liegen und wurde so gerettet. Seither heisst dieser Weg „Bärenpfad“. Den tapferen Mann nannte man den „Wilden Andrist“ im Gegensatz zu seinem Bruder, den „Zahmen Andrist“. Ihre Namen leben fort in den zwei Berggipfeln oberhalb Gorneren.